Enotria tellus "Das Weinland" wurde Italien von den alten Hellenen genannt, weil die Halbinsel schon seit jeher das Land der Rebe und Weines war. Römische Agrarschriftsteller faßten die Kenntnisse vom Weinbau ihrer Zeit in ihren Werken zusammen, die für viele Jahrhunderte im europäischen Rebenanbau Gültigkeit besaßen. Cato, Varro und Columella, zumindest den Lateinschüler bekannt, gaben bereits von 2000 Jahren ihr Wissen über Wein und Rebe in präziser Form weiter, und schufen damit eine erste wissenschaftliche Grundlage des Weinbaus in ihrer Heimat. Kurz nach der Zeitwende zählte der römische Schriftsteller Plinius immerhin schon 91 einheimische Sorten auf. Einige davon führt auch der heutige Weinbau noch in seinen Bezeichnungslisten. Die meisten jedoch wurden längst durch qualitativ anspruchsvollere Sorten abgelöst.

Durch seine geographische Beschaffenheit und seine Lage am Mittelmeer nimmt Italien unter allen Weinbauländern der Welt eine privilegierte Stellung ein. Auch das Klima begünstigt den Weinbau sehr. Man stößt daher fast in ganz Italien auf große oder kleine Weingärten und Rebflächen. Mit Ausnahme der Gebirgszonen gibt es kaum eine italienische Landschaft, wo keine Weinrebe angepflanzt und keine besonderen Weinspezialitäten hergestellt werden. Italiens Weinreichtum ist unglaublich groß und für jeden Geschmack ist der richtige Wein vorhanden.