Der Weinbau in Österreich geht auf keltische Zeiten zurück (400 v. Chr.), doch seine erste wirkliche Verbreitung hat er dem römischen Kaiser Probus zu verdanken, der das Monopol für Weine aus Italien lockerte, sodaß sich im Gebiet des heutigen Österreich ansässige römische Siedler vermehrt mit dem Anbau von Wein befassen konnten. Hier, wie auch im übrigen Europa waren die Klöster bedeutende Förderer, und der Weinbau erreichte in Mittelalter eine Ausbreitung, die zehnmal höher war als heute. Die wirtschaftliche Rezession während der Reformationszeit und des Dreißig-jährigen Krieges brachte empfindliche Einbußen. Im 18. Jahrhundert entwickelten vor allem die nah der Gegenreformation zum Teil neu entstandenen Klöster den Qualitätsweinbau. Um die Jahrhundertwende zerstörte die Reblaus allerdings viele Rebberge und erst in den letzten Jahrzehnten erreichte der österreichischen Weinbau eine neue Blüte. Die Weinskandale zu Anfang der achtziger Jahre schadeten zunächst der gesamten österreichischen Weinwirtschaft. Das sehr strenge Weingesetz von 1985 brachte, neben neuen Gebietseinteilungen, verschärfte Etikettenbe-
stimmungen, sodaß sich das Ansehen österreichischer Weine in jüngster Zeit wieder erholen konnte. Sind die Weinbaugebiete der Bundesrepublik Deutschland vornehmlich im Westen zu finden, so muß man in Österreich bis in die östlichen Landesteile nach Niederösterreich, Wien, ins Burgenland oder in die Steiermark reisen, um den Wein an seiner Geburtsstätte probieren zu können.